Hohes Elbufer

Bis 100 Meter hoch ragt die Moräne aus der vorletzten Eiszeit (Saale-Eiszeit) am Elbufer zwischen Wedel und Altona empor. Wo ein weiter Blick über den Elbstrom lockt, legten im 18. und 19. Jahrhundert wohlhabende Hamburger Kaufleute ihre Landsitze an. An den kahlen Hängen pflanzten sie Gehölze und schufen sehenswerte Parks und Wälder.

Den Falken im Familienwappen

Ab 1850 forstete der Hamburger Reeder und Kaufmann Johan Caesar VI Godeffroy (1813-1885) neben dem Klövensteen auch den Elbhang westlich von Blankenese auf. 1887 verkaufte die Familie den 200 ha umfassenden Privatforst Falkenstein. Die Kaffee-Importfirma Stucken & Andresen baute mehrere luxuriöse Villen auf dem Gelände. Öffentlich zugänglich sind heute der Waldpark Falkenstein sowie der Sven Simon Park mit dem Landhaus Michaelsen, das heute das Puppenmuseum beherbergt. Das 1921 von Karl Schneider entworfene Landhaus gilt als herausragendes Beispiel des modernen Bauens in Hamburg. Buchen, Eichen und Kiefern prägen heute den naturnahen Waldpark.

Wasser aus der Elbe

Am Fuße des Falkensteins liegt das ehemalige Pumpwerk des 1859 erbauten Altonaer Wasserwerks. Ergänzt wurde das Pumpwerk durch zwei Absetzbecken, von denen man das Elbwasser bis in die 1960er Jahre zum Wasserwerk auf dem Baursberg pumpte. 2010 öffnete die Stadt im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme Bei Engriffen in Natur und Landschaft fordert das Naturschutzrecht, die Belastungen minimal zu halten. Ist dies nicht möglich, sind sie durch Maßnahmen des Naturschutzes auszugleichen oder es sind andere gleichwertige Aufwertungen vorzunehmen. das östliche Becken zur Elbe. Das westliche Becken bleibt als Laichgewässer für eine der größten Hamburger Erdkrötenpopulationen erhalten.

Kleinode an der Elbe

Andere Parkanlagen liegen versteckter. Der Ende des 19. Jahrhunderts von Max von Schinckel angelegte Park am Waseberg wurde kürzlich wieder freigestellt. Am Südhang des Kösterbergs liegt der Römische Garten. Die Bankiersfamilie Warburg erwarb den Garten im Jahr 1900 und gestaltete ihn mit Römischer Terrasse, Rosengarten und Freilufttheater aus. Nach dem 2. Weltkrieg übertrug die Familie den Garten der Stadt, die ihn nach historischem Vorbild restaurierte.

Fernblick nach Norden

Nördlich des Falkensteins schließt sich der Waldpark Marienhöhe an, benannt nach dem ehemaligen Gut, das bis zum Klövensteen Ländereien bewirtschaftete. Ein besonderes Landschaftserlebnis bietet die im Norden liegende Rissener Kiesgrube. Hier baute die Firma Heidorn bis in die 1950er Jahre Kies für die Betonherstellung ab. Dann entwickelte die Stadt das Abbaugelände zur naturnahen Grünanlage mit Langgraswiesen und Pioniergehölzen. In den Teichen rufen im Sommer zahlreiche Frösche. Um den weiten Blick über das Tal Richtung Norden zu erhalten, bemüht sich das Bezirksamt Altona, die wichtigsten Sichtschneisen frei zu halten.


Weitere Informationen:
AG Falkensteiner Ufer
http://falkensteiner-ufer.de